Da sitze ich mit meinem (zweiten) Kaffee und kucke mir Status Bilder am Handy an von ganz tollen Urlauben, Sonnenuntergängen und Abenteuern, von Stränden und Ausflügen mit Hunden.
Während ich weiß dass ich, wenn die Tasse Kaffee leer ist, Elsas Kotzhaufen weg putzen muss, den sie neben ihr Hundebett gespien hat.
Sie ist der weilen gut gelaunt bereits in der Gartenhütte und entfernt dort schon mal fachgerecht die Bodenbretter, weil sich dort drunter offenbar ein Mäuschen eingenistet hat.
Irgendwie wär ich jetzt auch lieber am Strand.
Während Menschen im FB nett angezogen Videos von sich selbst posten, denke ich dass die mit Hundepfoten bedeckte Jeans wohl noch ein, zwei Tage gehen wird. Herrchen wäscht ununterbrochen Wäsche, evtl. ist auch die Waschmaschine dankbar über ein paar Stunden Auszeit. Manchmal wär ich auch gerne nett angezogen. Aber so ist meine Vorstellung von wahrem Luxus aktuell nicht das Chillen auf einem Boot oder das Flanieren durch ein Urlaubsstädtchen sondern die Anschaffung einer Industriewaschmaschine für die Hundewäsche.
Wahrhaft dankbar bin ich auch in diesem Sommer für einen Tag ohne Regen an dem nicht zig Hundefüße gesäubert werden müssen und der Boden mal einen Tag ohne wischen auskommt. Ebenso wie über die Tatsache dass der Urlaub unseres Tierarztes ohne dramatische Zwischenfälle unsererseits vorüber ging.
Die wirklich wichtigen Dinge in unserem Leben :-)
Wenn ich die letzte Rechnung aus der Tierklinik so ansehe und mir klar wird, dass ich mehr als dankbar sein muss dass mein Auto nochmal TÜV bekommen hat und dass das Geld für meinen erträumten VW Bus immerzu in Operationen, Behandlungen und Pferdezahnterminen steckt , wird mir außerdem bewusst, dass es gar nicht schlimm ist dass unser Auto inzwischen zu klein ist um ALLE Hunde gleichzeitig zu transportieren. Denn während offenbar die ganze Welt (zumindest die in meinem FB) mit ihren Hunden beim Wandern ist, denke ich etwas wehmütig an die Tage zurück in denen wir das auch noch konnten. Also so als Familie. Nicht einer alleine mit den paar Hunden die dafür noch fit genug sind. Oder psychisch stabil genug. Während der andere daheim die kranken Hunde in den Garten trägt zum Pippi machen - und weiter Wäsche wäscht.
Nachdem alle Statusbilder durchgelaufen sind und ich meine Hunde beobachte (also alle außer Elsa, denn die hat ja draußen zu tun) , wie Glen mit einem Stofftier im Maul unser frisch überzogenes Bett als Trampolin missbraucht und Stu schaut ob in dem Haufen ausgeweideter Stofftiere die im ganzen Haus verteilt sind noch ein brauchbares zu finden ist, oder Mathilda die immer noch eingemummelt unter ihrer Decke liegt (und ganz sicher dem Glen gleich einen Jesus Anschiss verpassen wird), wird mir klar wie viel besser mein Leben ist. Es ist kein Opfer ohne Meerblick zu frühstücken (ich hasse euch alle trotzdem ;-) ! ) oder sämtliches Geld in Bio Hundefutter zu stecken. Es ist MEIN einzig wahrer Luxus. Der Luxus mit vielen Hunden zu leben. Hunden die keiner haben wollte. Die ich genauso brauche wie sie mich.
Sie zu beobachten erfüllt mich mit Freude. Ebenso wie der Gedanke daran dass ich zum Glück die teuren Hundebetten gekauft habe, die nicht nur orthopädisch sind sondern sich auch super reinigen lassen! Der Kotzhaufen kann mich mal
Es ist keineswegs ein Opfer Dinge nicht tun zu können, es ist etwas was wir so gewählt haben und ich würde mit niemand anderem tauschen wollen.
Ich freu mich auf unseren Spaziergang (mit VIEL Glück ohne Regen), darauf was es für die Hunde heute zu entdecken gibt (evtl. hat Lotta Glück und es wurde gegüllt), wie sie ihr Leben genießen, was ihnen teilweise lange verwehrt wurde, und ich ein Teil davon sein darf.
Und deshalb gibt's als Foto zu diesem Post auch kein Bild des Kotzhaufens sondern das zwölftausendvierhunderteinunddreisigsten Bild meiner wundervollen, perfekten Hundebande. BÄHM ! 😝


